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Sebastian Stuertz
Wenn einer sich hinstellt und latent rotzig über die Urkraft von einfachen Worten und
drei Akkorden singt, könnte es mit Punk zu tun haben. Bei Stuertz kommt es etwas
anders: Den Verzicht auf Bedeutungswust und dolle Experimente kompensiert er weder
harsch noch programmatisch, sondern mit "Schweden"- seinem Lied aus Pop und
Endorphinen, das einen Urlaubstag voller Sonne unwiderstehlich über die Zeit rettet.
Und wer dabei an glücksduselige Belanglosigkeit denkt, hat die Absicht dieser Melodie
im Sinne des Autoren schon erkannt. Es muss nicht immer hintergründig sein,
wenn man was zu sagen hat. oder anders: Weil Stuertz mit den meisten seiner Stücke
in eine dringliche Kerbe schlägt, tun ein paar sich selbst genügende Takte ganz gut.
Hier will einer, der anderes gewohnt ist, mehr davon. Und steckt auch seine Zuhörerer an.
So oder so, ob Skandienavien oder die weniger entspannten "Immer-Fehler-Sucher"
und "Neospießer", ob letzte Küsse oder weniger geläufige Metaphern, die einem am
Ende einer Beziehung auflauern: Allzu bekannte Situationen, die sich zwischen
Flüchtigkeit und ständiger Wiederkehr nicht allzu leicht beschreiben lassen, finden bei
Sebastion Stuertz einen passgenauen, zwischen behutsam und kolossal schwingenden
Ton. Unerbittlich gibt sich dieser bei "So wenig wie möglich": einem getriebenen Up-
Tempo-Stück, das die Unlust, eine anstehende Verabredung einzuhalten, sehr greif-
und zudem tanzbar macht. trockender flirrt die Hitze des Liebesabgesang "Haus am Meer"
, während das detailreiche Songwriting von "All-Inclusive-Bucher" missgestimmte
Textzeilen mit spielerischer Rhythmusarbeit verschränkt. Ein intuitiver Umgang mit
Harmonien hält die aufeinandertreffenden Stile und Stimmungen aufs Schönste zusammen.
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Was der Stuertz musikalisch bereits hinter sich hat, sind grundverschiedene Bands
(Hardcore, Ska...) und Remixe (u.a. Waldeck, Nena, Nico Suave feat. Ferris MC), TV-
Kompositionen, Hörspiele und Filmmusikaufträge (teilweise in Zusammenarbeit mit
Nikolaus Woernle). Er lebt seit 2000 in Hamburg, wo er auch als Grafiker und Illustrator
und seit 2001 an seiner LP "So lang es ohne Luftholen geht" arbeitet.
Mit "Stuertz" betritt er (Gesang und Gitarre) erstmal unter dem eigenen Namen das
öffentliche Parkett, aber nicht alleine: Co-produziert und gemischt wird das Album von
Swen Meyer (u.a. Tomte, Kettcar, Beige GT). Als Musiker begleiten ihn Alex Blancke
(Bass), Frank Wörler (Piano, Keyboards) und Andreas Fritzsche(Schalgzeug), die auch live
dabei sind. Und "live", das bedeutet bei Stuertz nicht etwa das bloße Nachspielen von
Studioaufnahmen, sondern von allem was geht und bewegt, möglichst mehr. Freude!
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